It never rains in southern california…

23. Mai 2019 Aus Von Susann

I thought it had maybe just been a dream…but waking up this morning, the snow outside is still there!

Wir sitzen alle in Idyllwild und warten auf die Sonne. Trotz Wetter sind wir gut gelaunt. Wir kriegen gutes Essen, immer wieder gibt es ein Wiedersehen mit anderen Hikers und die Heizung im Hotelzimmer (welches ich mit Wendy, Daniela und neuerdings auch Lauren teile) funktioniert.

Vor einigen Tagen packte ich mein Zelt in Warner Springs zusammen und machte mich auf den Weg nach Idyllwild. Kurz nach meinem Start begann der Regen. Blubbern in meinen neuen Schuhen, die Füsse und Hände gefroren, die Beine nass, nass auch unter der Regenjacke, die Temperatur irgendwo unter 10°, zwischendurch ein eisiger Wind. Ohne Pause laufe ich während 7 Stunden 18 Meilen durch die nasse, grau-grüne Wüste. Energy Bars und eine Banane geben mir die nötige Energie.

Zwischendurch doch eine Pause – eine Pinkelpause. Irgendwann muss ich einfach…während der Regen auf mich niederprasselt und der Wind an mir zerrt versuche ich dieses Business so schnell wie möglich hinter mich zu bringen. Ich beschliesse den Rucksack nicht abzusetzen und mache mich daran Hose und Unterhose runter zu lassen. Fehlanzeige! Meine Hände sind so kalt, dass ich keine Kraft darin habe. Nach einer gefühlten Ewigkeit bin ich soweit…nun kommt die Pinkelhocke, mit 12kg extra Gewicht. Meine Beine übersäuern. Und dann steh ich einsam und alleine in der nassen, kalten Wüste Südkaliforniens, mitten auf dem Weg mit runter gelassenem Höschen und bringe es nicht wieder hoch. Ich konzentriere mich, fluche und bete, muss all meine Willenskraft aufbringen um Höschen und Hose wieder dahin zu bringen wo sie hingehören. Nach einer Ewigkeit, endlich. Bleibt der Drucknopf…ich bring ihn nicht zu, keine Kraft, es geht nicht. Verwundert schaue ich meinen hilflosen Händen zu…und dann muss ich lachen… Irgendwann klappt es doch. Ich nehme mir kurz Zeit, mich genau zu prüfen. Wie gut geht es mir, bin ich unterkühlt, muss ich mir Sorgen machen? Nein, alles gut. Meine Körpermitte ist warm und trocken (dank Regenrock), mein Kopf funktioniert noch.

Nach 3 Meilen durch eisigen Wind komme ich am Ziel an: Mike’s Place. Mitten im Nichts bietet er Hikern ein Shelter an. Dieser Stop war nicht geplant aber nun bin ich dankbar. Ich schäle mich in der Kälte aus Rucksack und Kleidern, Dumper (ein Hiker) hilft mir mit den Knöpfen. Trockene Kleider, Kaffee und ein Feuer wärmen mich. Am nächsten Morgen schneit es.