Kennedy Meadows
Ein letzter Berg hoch, auf der anderen Seite runter und ein paar Meilen geradeaus: da liegt Kennedy Meadows – das Ende der ersten Etappe und eine Dusche.
Ich wandere immer noch mit Thumper und No-Snow (Daniela). Wir entscheiden nochmals zu übernachten und erst am Morgen pünktlich zum Frühstück in KM einzulaufen. Unten am Wasser im Camp sehe ich den ersten Schwarzbär – ein ganz und gar nicht scheuer Teenager Bär.
Das Versprechen eines amerikanischen Frühstücks lässt uns am Morgen um 5.30 loslaufen. Ich habe am Abend zuvor meinen Foodbag geleert und der Bauch knurrt. Die Vorräte die ich durch dieses letzte trockene und wasserkarge Stück Weg geschleppt habe, hatten gerade so gereicht für die 7 Tage.
Um 8.30 laufe ich beim General Store in Kennedy Meadows unter Applaus ein. Es wird für jeden frisch ankommenden Hiker geklatscht. 700 Meilen oder über 1000 Km durch Südkalifornien sind geschafft! Ich denke allerdings nur ans Frühstück…

Kennedy Meadow ist im Nichts und ist nichts. Ein kleiner Laden mit schlecht organisiertem Angebot und zwei Meilen davon entfernt eine (besser organisierte) Bar und ein Outdoor Outfitter. Kein Telefonempfang weit und breit, alle halbe Stunde ein Auto…aber dafür dutzende Hikers die kommen und gehen. Es ist ein Ort des Wiedersehens, des Geschichteerzählens, des Austausches, des Geartalks. Es wird gegessen, geduscht, gewaschen, eingekauft und geplant. In der Bar treffen zwei Welten aufeinander: die Locals (etwa ein Dutzend) und die stinkenden, dreckigen, bunten Hikers. Die Besitzer managen das wunderbar.

Am Samstagabend gibt es gratis Essen und die Bar füllt sich. Musik dröhnt durch die trockenen Hügel, Lachen überall; ich nippe an einem Mojito und bin glücklich.
In der nicht allzuweiten Ferne brennt sich ein Buschfeuer den Berg hoch…
