Hiker Leben

13. Mai 2019 Aus Von Susann

Draussen ist es dunkel, der Mond ist längst verschwunden. Nichts regt sich, kein Rascheln, keine Bewegung, kein Hauch – perfekte Ruhe. Zwei Zelte weiter drüben geht der Alarm los. Ein Blick auf die Uhr, es ist noch nicht 5 Uhr. Dem Alarm folgt das typische Rascheln von Schlafsack und Mätteli. Dem Rascheln folgt ein sich wild durchs Dunkel bewegender Lichtkegel und anschliessend ein Pffff. Die Luft aus der Matte ist raus, spätestens jetzt gibt es kein Zurück mehr. Der Hikertag hat begonnen… Zwischenzeitlich sind auch die Vögel erwacht und wie auf Knopfdruck legen sie los mit Pfeifen, Zwischern und Zirpen.

Als Hiker geht man mit oder vor den Vögeln ins Bett und quält sich mit oder vor den Vögeln wieder aus dem Bett. Jetzt am Anfang des Trails ist man oft nicht allein und so wird der Schlaf von Schnarcheln, Rascheln, Hüsteln und nächtlichen Pinkelgängen begleitet.

Man schliesst schnell Freundschaft, hat immer etwas zu reden und sagt im Dauerzustand „goodby“.

Man isst was man will (oder was man hat) und wann man will – entweder weil es sich gerade ergibt oder weil man gerade Hunger hat. Smarties zum Frühstück, Müesli zum Znacht – egal, Hauptsache es ist essen.

Und natürlich, vom ersten Tag an ist man dreckig und stinkt. Und ich, ich habe weisse Wandersocken…😂

*** May 13, Mt. Laguna, mile 41 ***

Nachtrag: habe soeben meinen Trailnamen erhalten…guess what…it’s „White Socks“ 😁