Roadtrip to Bishop

25. Juni 2019 Aus Von Susann

Die Frau schaut uns an, lacht. Ihre Antwort kommt schnell, direkt und eindeutig: „nein“. Es ist acht Uhr morgens, unser Bus wird erst nachmittags um viertel vor vier fahren. Obwohl wir die Antwort schon kannten, hatten wir die Frau gefragt ob es in Inyokern etwas zu tun gibt.

Ich schlief nicht gut diese letzte Nacht, die frische kühle Luft meines Zeltes hat mir gefehlt. Um fünf war ich hellwach, eine halbe Stunde später gab ich auf und wechselte vom Bett auf den Stuhl vor unserem Motelzimmer.

Mit dem Frühstück – Huevos de Rancheros – liessen wir uns anschliessend viel Zeit, liessen uns immer wieder Kaffee nachschenken. Dennoch schien die Zeit an diesem Ort stehen zu bleiben.

Am Tag davor hatte uns Bob von Kennedy Meadows den Berg runter nach Inyokern gefahren. Hinunter in die heisse, flache und fast leere Ebene. Während ich fasziniert und etwas irritiert aus dem Autofenster in diese Einöde starrte, stellte sich mir zwangsläufig die Frage weshalb hier überhaupt Menschen leben. Inyokern hat genau ein Motel und da haben wir uns für die Nacht einquartiert um auf den Bus nach Norden zu warten. Neben dem Motel besitzt Inyokern eine Tankstelle, einen Fastfood, eine Bar, ein Schulhaus, einen Barbershop und zwei Restaurants. Zudem ein paar verlotterte Häuser und ein Antiquitätengeschäft.

Niemand kann uns sagen wo die Bushaltestelle ist.

Wir vertreiben uns die Zeit mit Junkfood. Ich träume von frischem Gemüse.

Im Bus treffen wir auf Hikers – die einzigen Fahrgäste. Die Klimaanlage ist kaputt. Die Aussicht dagegen hinreissend…

…die schneebedeckten Sierras.